Ratgeber & Patienten-Wissen
Praktische Anleitungen für den Alltag im deutschen Gesundheitssystem: von Facharzt-Terminen über Zweitmeinung und Krankenkassen-Leistungen bis zur elektronischen Patientenakte.
Zugang zur Versorgung
Facharzt-Termin schneller bekommen
Facharzt-Termine bekommen Sie am schnellsten über die Terminservicestelle 116117 (bundesweit einheitlich, kostenfrei), über Online-Portale wie jameda oder Doctolib, oder durch direkte telefonische Anfrage in mehreren Praxen. Bei dringlichen Anliegen weist Sie 116117 innerhalb von 4 Wochen einen Termin nach.
Zweitmeinung einholen – wann und wie
Eine ärztliche Zweitmeinung ist Ihr gesetzlich verankertes Recht – besonders vor planbaren Eingriffen. Für bestimmte Operationen (Mandelentfernung, Gebärmutterentfernung, Schulter-OP, Wirbelsäulen-OP, Knie-Endoprothese, Herzkatheter u. a.) haben Sie sogar einen expliziten Anspruch auf Zweitmeinung, den die Kasse voll bezahlt.
Krankschreibung online – was ist erlaubt?
Seit 2024 ist die telefonische Krankschreibung dauerhaft erlaubt – für bis zu 5 Kalendertage bei leichten Erkrankungen (Erkältung, Magen-Darm) und nur bei bekannten Patient:innen der eigenen Praxis. Video-Sprechstunden ermöglichen ebenfalls Krankschreibungen. Rein privatwirtschaftliche „Krankschreibung per WhatsApp"-Anbieter sind rechtlich umstritten und werden von Arbeitgebern zunehmend abgelehnt.
Vorsorge
Gesundheits-Check-Up ab 35
Der Check-Up 35 ist eine kostenfreie Vorsorge-Untersuchung, die jede gesetzlich versicherte Person alle 3 Jahre ab dem 35. Lebensjahr in Anspruch nehmen kann. Ziel ist die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen – in der Regel beim Hausarzt.
Impfungen für Erwachsene – was zahlt die Kasse
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen komplett – dazu zählen Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten alle 10 Jahre, die jährliche Grippe-Impfung ab 60, die einmalige Gürtelrose-Impfung ab 60, sowie Pneumokokken-Impfung ab 60. Reise-Impfungen werden meist nicht übernommen – hier lohnt der Blick in den Zusatzleistungs-Katalog Ihrer Kasse.
Redaktioneller Hinweis
Alle Ratgeber-Inhalte sind redaktionell erstellt und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei individuellen medizinischen Fragen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Details zu Datenquellen und Prüfprozessen finden Sie in unseren Redaktionellen Standards.